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12. September 2019

Teil 2: Konsultationsfassung von „Hinweis zum Messen und Schätzen bei EEG-Umlagepflichten“

(Den ersten Teil zur Konsultationsfassung gibt es hier.)

Das 3. Kapitel des Hinweises thematisiert die Art der Messung. Hier wird auf geeichte Messeinrichtungen sowie auf die Ausnahmen hingewiesen, in denen auch ungeeichte Messkonstellationen akzeptiert werden können. Der Hinweis nimmt schon mal vorweg, dass gegen einzelne Passagen auch geklagt werden dürfte, weil es einen Beurteilungsspielraum der Eichbehörden gibt.

In der Frage des „unvertretbaren Aufwands“ aus § 62b Satz 2 Nr. 2 hat die Bundesnetzagentur die Latte relativ hoch gelegt, indem sie die Einmalkosten für die Anschaffung der Messtechnik in Relation zur dauerhaft anfallenden EEG-Umlage in Beziehung gesetzt haben. 

Interessant ist das vierte Kapitel, weil dort zwei Vereinfachungen ermöglicht werden, die in der Praxis eine hohe Relevanz haben dürften:
Gleichartige Verbrauchsgeräte: Werden mehrere gleichartige Geräte eingesetzt, so reicht es aus, nur einen Teil der Geräte zu messen und die nicht gemessenen Geräte dann durch eine Hochrechnung hinzuzufügen. 
Systematische Überschätzung: Die systematische Überschätzung ist eine Abmilderung des Worst-Case-Szenarios. Es können Verbräuche mit einem Sicherheitszuschlag versehen und mit typischen Einsatzzeiten bewertet werden.

Wichtig: Die Schätzung muss für einen Laien nachvollziehbar sein. Das bedeutet, dass

  • die Berechnungsmethode mit den getroffenen Annahmen transparent sein muss,
  • schriftlich dokumentiert ist und
  • im nachhinein beweisbar ist.

Dabei muss die Schätzmethode mit allen Schritten dokumentiert werden.

Der 5. Abschnitt bezieht sich auf die Eigenverbraucher. Sie müssen die Zeitgleichheit einhalten, basierend auf einem Zeitserver.

Interessant: SLP-Zähler werden als grundsätzlich nicht geeignet bewertet, um Viertelstundenwerte nachzuweisen. Und auch die Kombination von SLP-Messung und Zählerstandsgangmessung (ZGM) nicht ist nicht sachgerecht. Mit anderen Worten: Die Bundesnetzagentur will ZGM. Das macht in der Praxis auch Sinn, denn Kilowattstunde ist die Einheit, mit der abgerechnet wird.

Zusätzlich wird die Praxis der virtuellen Zähler und der Subtraktion, die in der Praxis häufig angewendet wird, beschrieben.

54 Seiten für etwas mehr Klarheit bei Details und weiterhin viele Fragen, die unbeantwortet geblieben sind: Es bleibt abzuwarten, wie (und auch wann) die endgültige Fassung aus dem Konsultationsverfahren kommt.

 

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