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15. Oktober 2020

Ultrimis: Ultraschallwasserzähler

Mit dem Ultrimis führt NZR eine neue Klasse von statischen Wasserzählern ein, die den bisherigen mechanischen Wasserzählern in einigen Eigenschaften überlegen sind. Was der Ultrimis kann (und wo er auch anderen Ultraschallern überlegen ist) hier in der kurzen Zusammenfassung:

Die Methode Ultraschallmessung kommt ohne bewegte Teile aus und hat deshalb auch keinen mechanischen Verschleiß. Der ist zwar auch bei mechanischen Wasserzählern kein Problem, allerdings vor allem deshalb, weil die Wasserzähler nach spätestens 6 Jahren wieder getauscht werden. Insbesondere Feststoffe können (wenn auch sehr selten) die Messgenauigkeit verringern, wenn sie sich ungünstig in der Lagerung festsetzen.
In der Konstruktion gibt es wegen des fehlenden Antriebskörpers (Flügelrad oder Ringkolben) auch keinen nennenswerten Druckverlust. In der Folge sind die Messergebnisse langzeitstabil, womit sie sich insbesondere für Stichprobenverlängerungen eignen.
Die Ultrimis-Wasserzähler sind mit der Schutzklasse IP68 nicht nur von innen nach außen, sondern auch andersherum wasserdicht. Damit eignen sie sich hervorragend für die Schachtauslesung, in der es zu Überflutungen kommen kann. Durch die integrierte Funkkommunikation wird hier auch eine kabelgebundene Kommunikation nicht beeinflusst, die mit OMS auf den Standard konzentriert, aber mit der NFC-Schnittstelle auch in eingebautem Zustand bi-direktional ein- und auslesbar bleibt. Die Batterielebensdauer von 16 Jahren ist ausreichend für mindestens zwei Eichperioden.

Baugrößen

Bei den Größen gibt es eine ganze Bandbreite von Baulängen, Material und Durchmessern:
Beim Material ist Messing verfügbar (ein erster Unterschied zu anderen Zählern), aber auch Komposit als Kunststoff-Werkstoff (die Diskussion über die Vor- und Nachteile ist einen eigenen Blogbeitrag wert; die Entscheidung ist weniger eine technische als eine Akzeptanzfragestellung).
Bei der Kombination von Baulängen und Durchmessern kommt man schnell an den Punkt, dass man natürlich mit wenigen Kombinationen (Q3= 4 in 105 und 190 mm, um zwei zu nennen) schon 90 % des benötigten Spektrums abdeckt. Erst dann wird es spannend: Nutzt man dann für die „Exoten“ dann andere Fabrikate (mit allen Nachteilen wie Kommunikationsprotokollen, Einbauvorschriften, Schulungen, Parametriersoftware usw.), oder konzentriert man sich auf eine einzige Bauform? Wer hier nur mit Einkaufspreisen arbeitet ist vielleicht ein guter Einkäufer, aber sicherlich kein guter Kaufmann. Denn der Kaufmann schaut auch auf die Kosten über die gesamte Lebensdauer des Produktes.

Messgenauigkeit

Die Messgenauigkeit ist ja bei allen Zählern bereits durch die Bauartzulassung bestätigt. Das bedeutet, dass die Zähler im Rahmen der  Verkehrsfehlergrenzen genau messen. Das wird bei Ultraschallzählern immer erreicht (wir haben in unserer Prüfstelle noch nichts anderes gesehen), aber das kann bei High-Tech-Zählern nicht der Maßstab sein. Es sind vielmehr zwei andere Werte, die die Qualität eines Zähler in Hinblick auf die Messgenauigkeit ausmachen: Der eine Wert ist die Abweichung von der Null-Linie in den jeweiligen Messpunkten. Und das bei einer Vielzahl von Zählern und über den gesamten Lebenszyklus. Dabei haben wir im Vergleich der Werte von Zählern anderer Fabrikate und dem Ultrimis schon signifikante Unterschiede gesehen (wer gewonnen hat, können Sie sich vielleicht denken…).
Der andere Wert ist die Anlaufschwelle, also der Werte ab dem der Zähler beginnt, den Verbrauch zu erfassen. Er ist Maßstab für die Sensitivität, und nicht nur ein akademisches Kriterium: Für die Erfassung von Leckagen in Gebäuden ist diese Sensitivität notwendig. Denn gerade die kleinen, schleichenden Mengen, die sich langsam in das Mauerwerk eindringen und deren  Schäden über mehrere Etagen verlaufen, können nur mit sehr präzisen Zählern erreicht werden (der Ultrimis hat eine Anlaufschwelle (bei DN15) von 0,75 l). Der notwendige Alarmalgorithmus setzt zunächst einmal das Erkennen auch kleiner Mengen voraus.

Kommunikation

OMS oder LoRa – darüber hatten wir schon mal geschrieben. Damals wie heute hatte OMS die Nase vorn. Der Ultrimis hat selbstverständlich OMS an Bord, und ist damit für die Zukunft, ob klassisches Submetering oder Bündelauslesung (war hier schon einmal Thema) gerüstet. Weil OMS hier nur unidirektional arbeiten (also vom Zähler zum Gateway) benötigt man noch eine weitere Möglichkeit, auf den Zähler alternativ lesend und schreiben zuzugreifen. Das wird beim Ulrimis per NFC gelöst, mit dem jedes halbwegs aktuelle (Android-)Smartphone ausgestattet ist. Damit ist eine Auslesung und vor allem eine Parametrierung im eingebauten Zustand möglich.

Schlüssel für neue Geschäftsmodelle

Ultraschallmessung gibt es bereits seit einigen Jahren, und trotzdem hat es sich noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Warum ist das so? Weil Wasserzähler nach wie vor als austauschbares Massenprodukt gesehen werden, bei dem es egal, von wem es kommt, wenn es nur möglichst billig ist. Die Fixierung auf den Preis ist das erste Problem, das die Durchsetzung einer Innovation behindert.
Aber wozu auch kommunizierende Wasserzähler einsetzen? Wer mit Ablesekarten und freundlichen älteren Herren als Ablesern sein Geschäftsmodell aufbaut, der braucht vielleicht auch keinen modernen Wasserzähler. Wenn es aber um Themen und Geschäftsmodelle geht wie die

  • zeitnahe und / oder unterjährige Abrechnung,
  • Nutzung der Bündelauslesung,
  • schwierige Vor-Ort-Ablesung (wegen Personalmangels, schlechter Erreichbarkeit der Mieter oder – gerade in Corona-Zeiten – Bedenken beim Betreten von Liegenschaften,
  • Vermeidung des Zählerwechsels nach der ersten Eichperiode,
  • Mehrwert-Leistungen wie Leckageerkennung oder Leerstandsüberwachung

geht, dann sind Ultraschallzähler nicht nur eine interessante Option. Sie sind dann vielmehr der Schlüssel zur Digitalisierung der Prozesse auch in der Wasserwirtschaft.

 

 

 

 

Bildquellen

  • Ultrimis Ausschnitt: Michael Kuhrs